Radiologisches Zentrum Seesen

Nicht invasive kardiale Bildgebung und Funktionsdiagnostik

Karl-Herold-Straße 1
38723 Seesen

Telefon Zentrale: 05381 / 74 13 60
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Virtuelle Koloskopie

als virtueller Blick in den Darm

Welche Vorbereitungen sind für eine Virtuelle Koloskopie nötig?

Bevor die CT-Koloskopie durchgeführt werden kann, muss am Tag vor dem Untersuchungstermin eine konsequente Darmreinigung durchgeführt werden. Essensreste und Stuhlansammlungen im Inneren des Darms können zu einer Minderung der diagnostischen Aussagekraft und zu Fehldeutungen führen. Die Darmreinigung kann von Ihnen selbst zu Hause mit einer Trinklösung am Tage vor der Untersuchung problemlos durchgeführt werden, am Vormittag oder am Nachmittag.

24 Stunden vor dem Termin sollten Sie nur noch leichte Kost oder klare Flüssigkeiten zu sich nehmen. In der Praxis wird dann noch ein Medikament zur Darmentspannung gegeben und kurz vor der virtuellen Koloskopie der Darm mit Luft gefüllt. Dies ist notwendig, um die Darmwände bei der Untersuchung zu entfalten.

Die eigentliche Untersuchung findet dann im ultraschnellen 256-Zeilen Spiral-Computertomographen statt. Die Aufenthaltsdauer dort beträgt ungefähr 20 min, wobei jedoch nur für 20 Sekunden Röntgenstrahlung angewandt wird.

Wann ist es sinnvoll eine virtuelle Koloskopie anzuwenden?

  • Zur Früherkennung von Darmkrebs
  • Bei Patienten, die ein familiär erhöhtes Risiko für Darmkrebs haben: Verwandte ersten Grades von Patienten mit Darmkrebs oder Polypen (Kinder, Eltern oder Geschwister)
  • Bei Patienten, bei denen Blut im Stuhl diagnostiziert worden ist
  • Bei Patienten, mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
  • Bei Patienten, mit der vererbten Form der „adenomatösen Polyposis“ (einer starken Veranlagung für das Auftreten von Polypen.)
  • Zur Diagnostik endoskopisch nicht zugänglicher Darmabschnitte
  • Bei Patienten, bei denen eine klassische Darmspiegelung nicht durchgeführt werden kann (bestehende Kontraindikationen)
  • Bei Patienten, mit Zustand nach Darmeingriffen zur Kontrolle
  • Zur Planung von Darmeingriffen
  • Bei Patienten, mit einer erhöhten Neigung zu Blutungen, Verwachsungen und Narben
  • Bei Patienten, die sehr große Angst vor der konventionellen Darmspiegelung haben.

Die Untersuchung sollte am besten nach Absprache mit einem Gastroenterologen und mit genauer Fragestellung erfolgen.

Informationen zur Virtuellen Koloskopie

In Deutschland ist das kolorektale Karzinom die zweithäufigste Todesursache.

Adenomatöse Polypen, die bei über 50-Jährigen sehr häufig festgestellt werden, sind als wichtige Karzinomvorstufe bekannt. Eine Umwandlung in einen bösartigen Tumor dauert in der Regel 10 bis 15 Jahre. Eine frühzeitige Entdeckung und Entfernung der adenomatösen Polypen kann somit die Karzinomentstehung verhindern. Derzeit nutzt nur 5% der Bevölkerungsschicht die ihnen zustehende Vorsorgeuntersuchung.

Ist schon ein Karzinom entstanden, ist es natürlich extrem wichtig, dieses schon im Frühstadium zu erkennen; seine Lage und Größe festzustellen. Sehr wichtig ist es jedoch auch festzustellen, ob der Tumor auch die Umgebung beeinträchtigt oder schon Absiedlungen in anderen Organen eingetreten sind.

Die konventionelle Endoskopie-Methode:

Seit langem ist es möglich mit einem speziellen Gerät, dem Endoskop, in Hohlorgane des menschlichen Körpers zu blicken. Heutige Endoskope sind dünn und biegsam. Bei der konventionellen Darmspiegelung muss das Endoskop sehr weit in den Darm eingeführt werden. Patienten erscheint dieses Vorgehen meist langwierig und unangenehm, häufig sind Beruhigungsmittel nötig. Der große Vorteil der Methode ist neben dem direkten Blick auf die Schleimhautoberfläche, bei der auch Farbveränderungen und flach wachsende Tumoren erkannt werden können, dass hierbei direkt Polypen entfernt oder Gewebeproben entnommen werden können. Auch können Stuhlverunreinigungen besser als solche erkannt und gegebenenfalls durch eine Spüllösung entfernt werden. Die konventionelle Darmspiegelung wird von vorsorgebewussten und familiär vorbelasteten Patienten leider immer noch nur sehr schlecht akzeptiert und damit als Vorsorgemaßnahme kaum angenommen. Nach Schätzungen nimmt nur etwa ein Drittel der Frauen und sogar nur ein Sechstel der Männer ab 45 Jahren diesen Darm-Check in Anspruch.

Was ist eine CT-Koloskopie?

Durch neueste Computertechniken können die Daten eines Ultraschnellen-Spiral-Computertomographen so umgewandelt werden, dass ein virtueller Blick in den Darm möglich wird (3D-Volume-Rendering). Die Bilder des Organinneren werden also nicht durch direkte Beobachtung mit dem Endoskop gewonnen, sondern durch Computerprogramme berechnet (Virtual Reality).

Für eine virtuelle CT-Koloskopie benötigt man detailreiche Bilder. Ein spezielles computergestütztes Verfahren wandelt dieses Rohmaterial in dreidimensionale Bilddaten um. So entstehen völlig neue Einblicke in das Darminnere mit hoher  Aussagekraft. Der gesamte Dickdarm liegt als dreidimensionales Bildmaterial vor. Der Arzt kann sich so auf dem Bildschirm auf eine simulierte Fahrt direkt durch den Dickdarm begeben. In klinischen Studien konnten 96 Prozent aller Kolonpolypen mit einer Größe von mehr als zehn Millimetern durch eine virtuelle Koloskopie nachgewiesen werden. Mit dem bei uns einzig angewandten 256 Zeilen Mehrschicht CT liegt die Nachweisgrenze bereits bei unter 5 mm, bei gleichzeitig weiter reduzierter Strahlenbelastung gegenüber den derzeit üblich eingesetzten Mehrzeilen Computertomographen.

Zusätzlich liegen jedoch auch die „normalen“ CT-Bilder vor, eine zusätzliche Beurteilung der Umgebung, der Lymphknoten und der Bauchorgane ist hierdurch möglich.

Da eine CT-gestützte virtuelle Darmspiegelung meistens als die angenehmere Alternative zur klassischen Darmspiegelung empfunden wird, gewinnt diese Diagnostik immer mehr an Bedeutung. Des Weiteren ist die virtuelle Darmspiegelung völlig schmerzfrei und bedarf so keiner Beruhigungsmittel, welche unter anderem eine Arbeitsunfähigkeit und Fahruntüchtigkeit von 12 Stunden nach sich ziehen würde.