Radiologisches Zentrum Seesen

Nicht invasive kardiale Bildgebung und Funktionsdiagnostik

Karl-Herold-Straße 1
38723 Seesen

Telefon Zentrale: 05381 / 74 13 60
Telefon Kardiale Bildgebung: 05381 / 74 43 62

Magnetresonanztomographie:

Untersuchung ohne Strahlenbelastung

Die Magnetresonanztomographie ist eine der modernsten Untersuchungsmethoden in der diagnostischen Radiologie. Mit dieser Methode können Schnittbilder des menschlichen Körpers  „ohne Strahlenbelastung“  in jeder gewünschten Ebene angefertigt werden. Durch eine hohe Auflösung und einen großen Gewebekontrast, gelingt eine wesentlich bessere Darstellung der anatomischen Strukturen als mit den meisten anderen bildgebenden Verfahren. Insbesondere können unterschiedliche Weichteilstrukturen besser differenziert werden. Bisher sind aus den mittlerweile langjährigen Erfahrungen keine Schädigungen durch die bei der MRT auftretende hohe Magnetflußdichte und die elektromagnetischen Hochfrequenzfelder bekannt.

Häufig gestellte Fragen:

Um individuelle Kontraindikationen oder spezielle Risiken zu vermeiden, bitten wir Sie zunächst den Aufklärungsbogen "Magnetresonanztomographie" auszufüllen. Diesen erhalten Sie an unserem Empfang. Vor der Untersuchung werden Sie von einem unserer Mitarbeiter über den Ablauf informiert und Sie können Fragen besprechen.

Wartezeit und Schmuck:

Für eine MR-Untersuchung sollten Sie 15-45 Minuten Untersuchungszeit einplanen. Solange dauert es, bis die Messungen durchgeführt sind und der Computer die Bilder berechnet hat. Vor der Untersuchung müssen alle magnetischen Gegenstände wie Schmuck, Geldbörse, Scheckkarten, Schlüssel, Uhr, etc. abgelegt werden. Patienten mit einem Herzschrittmacher, einer Spirale oder einer Innenohrprothese (Cochleaimplant) können nicht im MRT untersucht werden.

Sicherheit für Ihr Wohlbefinden:

Zur Untersuchung muss die zu untersuchende Körperregion in die Mitte einer ca. 70 cm weiten Röhre gefahren werden. Die Röhre bleibt während der gesamten Untersuchung geöffnet, sie ist bei unseren Geräten hell und gut belüftet. Das Untersuchungsgerät befindet sich in einem abgeschirmten Raum und wird vom Nebenraum durch ein Fenster bewacht. Sie erhalten vor Beginn der Untersuchung eine Klingel, mit der Sie sich während der Untersuchung bemerkbar machen können. Durch eine Gegensprechanlage können Sie während der Untersuchung mit dem Arzt und der Medizinisch-Technischen Radiologie-Assistenten sprechen, falls Sie Fragen oder Bedenken haben.

Während der Untersuchung müssen Sie ganz ruhig liegen, damit die Aufnahmen nicht durch Bewegungsfehler unbrauchbar werden. Bei der Untersuchung kommt es zu einem Klopfgeräusch, das durch das Umpolen der Magnetfelder bedingt ist und Sie nicht beunruhigen soll. Während des ca. 3-4 Minuten dauernden Klopfens wird jeweils eine Messung ausgeführt. In den dazwischenliegenden Pausen berechnet der Computer die Daten. Um die Lärmbelästigung zu reduzieren erhalten Sie einen Gehörschutz.

Zur genaueren Beurteilung einer Erkrankung muss manchmal ein Kontrastmittel (Gadolinium-Komplexe) über eine Armvene injiziert werden:

Durch die Gabe von Kontrastmittel werden zusätzliche Informationen gewonnen. Nicht selten kann dadurch erst die genaue Diagnose gestellt werden oder es wird die Sicherheit der Diagnose deutlich verbessert. Das Kontrastmittel ist in der Regel sehr gut verträglich und kann auch bei einer Allergie gegen Röntgenkontrastmittel verwendet werden. Es ist nicht radioaktiv und wird innerhalb weniger Stunden mit dem Urin ausgeschieden. Obwohl keine schädigenden Wirkungen bekannt sind, erhalten schwangere Frauen aus Sicherheitsgründen kein Kontrastmittel. Stillende Frauen sollen ebenfalls aus Sicherheitsgründen 24 Stunden nach einer Kontrastmittelgabe ihre Milch abpumpen und verwerfen. In den letzten Jahren wurden auch organspezifische Kontrastmittel entwickelt, wie zum Beispiel leberspezifische Kontrastmittel, bei deren klinischer Erforschung Arbeitsgruppen unseres Instituts mitgewirkt haben.

Kann ich eine Beruhigungsspritze erhalten?
Manche Menschen haben Probleme, in dem röhrenartig empfundenen Untersuchungsgerät zu liegen (Klaustrophobie). Alle unsere MRT-Geräte haben eine kurze und eine relativ weite Öffnung. Infolgedessen tritt selten eine Klaustrophobie ein. Sollten Sie dennoch Probleme haben, so kann durchaus ein Medikament zur Beruhigung verabreicht werden. Sie müssen sich dann aber, wenn Sie ambulant zur Untersuchung kommen, abholen lassen. Wegen der vorübergehenden Einschränkung Ihrer Reaktionsfähigkeit dürfen Sie 24 Stunden nach der Untersuchung kein Kraftfahrzeug oder Zweirad steuern und nicht an gefährlichen Maschinen arbeiten.

Ich habe das Kontrastmittel bei der Computertomographie oder bei einer anderen Röntgenuntersuchung nicht vertragen. Darf ich nun MR-Kontrastmittel erhalten?
Das MRT-Kontrastmittel (Gadolinium-Komplexe) ist in der Regel sehr gut verträglich und kann auch bei einer Allergie gegen Röntgenkontrastmittel verwendet werden. Es ist nicht radioaktiv und wird innerhalb weniger Stunden mit dem Urin ausgeschieden.

Kann ich mit Amalgamfüllungen zur MR-Untersuchung kommen?
Ja, lediglich herausnehmbare Zahnprothesen sollten vor der Untersuchung in der Kabine abgelegt werden.

Kann ich mit Tätowierungen eine MR-Untersuchung bekommen?
Obwohl in den letzten Monaten in der Presse mehrfach über Hautverbrennungen bei MR-Untersuchungen von tätowierten Patienten berichtet wurde, haben wir in unserer Praxis( ca. 17.000 MR-Untersuchungen im Jahr) einen solchen Fall noch nie erlebt.

Ist die Gabe von Kontrastmittel wirklich notwendig?
Durch die Gabe von Kontrastmittel werden zusätzliche und häufig entscheidende Informationen gewonnen. Dies erhöht die Diagnosesicherheit bzw. ermöglicht in manchen Fällen erst die Diagnose. Die Magnetresonanztomographie funktioniert über die Untersuchung in Magnetfeldern mit Hochfrequenzwellen (Radiowellen). Es kommt zu keiner Strahlenbelastung Ihres Körpers. Schädigende Wirkungen, etwa auf das Erbgut, sind nicht zu befürchten.

Weitere Informationen zur Magnetresonanztomographie:

Die Magnetresonanztomographie ist im Wesentlichen eine Bildgebung der Wasserstoffprotonen, die im menschlichen Körper mit großer Häufigkeit vorkommen. Die Wasserstoffprotonen haben einen Eigendrehimpuls, den sogenannten Kernspin, der häufig mit einem rotierenden Kreisel verglichen wird. Die Ausrichtung dieser Kernspins ist abhängig von dem äußeren Magnetfeld. Vereinfacht gesagt, kommt es während der Untersuchung zu einer unterschiedlichen Magnetisierung des Körpers. Die Stärke des Magnetfeldes ist abhängig vom Gerätetyp. Hochfeld-Tomographen (1,5-3,0 Tesla) sind mit supraleitenden Magneten ausgestattet, die durch Helium auf ca. 4° Kelvin (knapp oberhalb des absoluten Nullpunktes) heruntergekühlt werden müssen. Jährlich werden hierfür ca. 1000 l Helium pro Gerät benötigt.

Zunächst wird der Patient in das Magnetfeld gebracht und dann wird ein Hochfrequenzimpuls eingestrahlt. Vereinfacht erklärt bewirkt dieser Impuls, dass die sich im Magnetfeld ausgerichteten und kreisenden Protonen "angetippt" werden wie ein rotierender Kreisel. Nach dem Abschalten des Hochfrequenzimpulses gehen vom Patienten Impulse aus, die über eine Spule gemessen werden können. Infolge des unterschiedlichen Gehaltes an Wasserstoffprotonen und der unterschiedlichen Zusammensetzung der Gewebe ist damit eine sehr genaue Unterscheidung möglich. Mit Hilfe eines Computers werden die Signale ausgewertet und als Bild dargestellt. Auf diese Art und Weise entstehen Schnittbilder des menschlichen Körpers. Neuerdings können hiermit auch die Gefäße ohne Katheter dargestellt werden. Auch verschiedene Körperfunktionen und -zustände können mit der Magnetresonanz gemessen werden, wie die Durchblutung von Geweben, die Sauerstoffkonzentration und die Diffusion – ja sogar die Aktivität des Gehirns.
 Zur genaueren Unterscheidung der verschiedenen Erkrankungen werden oftmals Kontrastmittel benötigt.