Radiologisches Zentrum Seesen

Nicht invasive kardiale Bildgebung und Funktionsdiagnostik

Karl-Herold-Straße 1
38723 Seesen

Telefon Zentrale: 05381 / 74 13 60
Telefon Kardiale Bildgebung: 05381 / 74 43 62

Herzdiagnostik

zur speziellen Untersuchung und Prophylaxe von strukturellen Herzerkrankungen, Herzinfarkten und Herzrhythmusstörungen

Ein Herzinfarkt ist besonders unberechenbar und heimtückisch, da es keine einheitlichen Symptome dafür gibt. Viele Patienten klagen über Schmerzen in der Brust in unterschiedlicher Stärke und Qualität. Diese Brustschmerzen können an verschiedenen Orten auftreten, wie hinter dem Brustbein, und mit einem Engegefühl im ganzen Brustkorb einhergehen. Oft werden die für einen Herzinfarkt markanten Brustschmerzen auch als stechend oder reißend beschrieben und können in beide Arme, den Hals, den Kiefer, die Schulter, den Oberbauch und den Rücken ausstrahlen. Vielfach wird von einem "vernichtenden Schmerz" gesprochen, da Atemnot, Übelkeit und Todesangst oft gemeinsam auftreten.

Bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Herzinfarkte die häufigste Todesursache in den westlichen Industrieländern und somit auch in Deutschland. Gefäßengen, bedingt durch Kalk- oder Fettablagerungen in den Koronararterien (Blutbahnen, die das Herz versorgen) sind die Ursache für koronare Herzkrankheiten (KHK) Sie können zu einem Herzinfarkt oder zu Herzrhythmusstörungen führen und sind besonders gefährlich, da ein tödlich verlaufender Infarkt in 50% aller Fälle spontan und ohne vorherige Warnsymptomatik auftritt. Damit gewinnt die Diagnostik von Erkrankungen der Herzkranzgefäße und insbesondere die Vorbeugung eines Herzinfarktes elementar an Bedeutung.

Wann ist eine CT-Koronarangiographie angezeigt?

Risikogruppen für die Erkrankungen der Herzkranzgefäße:

  • generell Personen ab 50 Jahre
  • Personen, die jünger sind als 50 Jahre, jedoch folgende Merkmale aufweisen:
    • Hohe Cholesterin- oder Fettwerte
    • Bluthochdruck
    • Familiäre Vorbelastung
    • Übergewicht
    • Raucher / Nikotinkonsum
    • Viel Stress
    • Hoher Alkoholkonsum
    • Blutzucker (Diabetes mellitus)
    • Bauchumfang bei Frauen > 80 cm und bei Männern > 94 cm
    • Body Mass Index > 25 kg/m²

Mit der CT-Koronarangiographie lässt sich das Risiko für die lebensbedrohliche Erkrankung Herzinfarkt bei klinischer Indikation exakt bestimmt und ermöglicht so das rechtzeitige Ergreifen vorbeugender Maßnahmen. Das neue Siemens-System ermöglicht erstmals, in Bruchteilen einer Sekunde gestochen scharfe, dreidimensionale Bilder aus dem Inneren des Körpers zu erstellen. Das Herz lässt sich in 250 Millisekunden vermessen, schneller als ein halber Herzschlag. Auch bei der Strahlung setzt das Hightech-System ganz neue Maßstäbe. Während zum Beispiel die durchschnittliche Strahlenbelastung bei einem Herz-Scan üblicherweise zwischen 5 und 20 Millisievert (mSv) liegt, kann die Dosis durch den Einsatz des neuen CT auf etwa 1-2 mSv reduziert werden. Zum Vergleich: damit liegt sie unter der natürlichen Röntgenstrahlung von durchschnittlich 2,4 mSv, der jeder Mensch in der Bundesrepublik pro Jahr ausgesetzt ist.

CT-Koronarangiographie

Mit dieser neuen Methode können die Herzkranzgefäße umfassend dargestellt werden. Umfangreiche Informationen werden in nur einer Untersuchung erlangt, die eine ausführliche Diagnostik bietet. Die CT-Koronarangiographie liefert folgende Erkenntnisse:

  1. Zur Früherkennung der koronaren Herzkrankheit (KHK) ist die Ermittlung des gesamten Kalkgehalts in allen Gefäßen des Herzens von entscheidender Bedeutung, da die Intensität einer Koronarverkalkung direkt mit der Häufigkeit eintretender Erkrankungen, wie Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen, korreliert. Mit Hilfe der CT-Koronarangiographie und einem speziellen Programm, dem „Calcium – Score“, kann dieser Gesamtkalkgehalt der Herzkranzgefäße erfasst und damit das Herzinfarktrisiko beurteilt werden.
  2. Neben der Diagnostik des gesamten Kalkgehalts der Herzkranzgefäße spielt zudem die Beurteilung einzelner Kalkansammlungen eines Gefäßes eine elementare Rolle in der Früherkennung von Herzinfarkten. Auch hier eignet sich die computertomographiebasierte Koronarangiographie. Es können einzelne, aber auch vergrößerte Kalkansammlungen, die zu einer Gefäßverengung führen können, dargestellt werden.
  3. Cholesterinhaltige, nicht verkalkte Ablagerungen, sog. Plaque, können neben der Verkalkung der Herzkranzgefäße ebenfalls eine Ursache für das Erleiden eines Herzinfarktes sein, da auch sie zu Verengungen der Gefäße führen können. Sie lagern sich an der Innenseite eines Gefäßes ab, mit der Gefahr des Loslösens einzelner Plaqueteilchen oder gar des gesamten Plaques. Hierdurch kann es zu einem lebensbedrohlichen Gefäßverschluss und damit zu einem Herzinfarkt kommen. Die CT-Koronarangiographie liefert als erste nicht invasive  Methode, also als erste Methode ohne Katheter, die Möglichkeit der frühzeitigen und zuverlässigen Diagnostik von weichen Plaques.

Anders als bei der herkömmlichen Koronarangiographie mittels invasiven Katheters können wir mit der CT-Koronarangiographie nicht nur die Beschaffenheit der Ablagerungen exakt bestimmen, sondern ebenfalls die Intensität und die daraus resultierende Gefährlichkeit eines Plaques. Dies ist mit hochmoderner Technik unseres Computertomographen möglich, da dieser das gesamte Gefäß in einer Auflösung von bis zu 0,3 mm von innen nach außen scannt und damit Ablagerungen in einem Gefäß besonders exakt und zuverlässig darstellen kann. Anhand der daraus resultierenden Daten und Bilder wird schließlich das individuelle Herzinfarktrisiko eines Patienten ermittelt.

Auch für die Kontrolle nach einer Bypassoperation oder Gefäßerweiterung (PTCA oder Stentanlage) eignet sich diese nicht invasive, CT-gestützte Koronarangiographie besonders gut und liefert eine exakte 3D-Darstellung Ihres Herzens.

Die CT-Koronarangiographie dient somit der Diagnostik verschiedenster Erkrankungen der Herzkranzgefäße. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Erkennung von Gefäßengen (Stenosen) der Herzkranzgefäße, da sie in der Regel erst ab einer 75%-igen Einengung zu einer Beschwerdesymptomatik führt – dies kann dann aber bereits zu gravierenden Folgeschäden geführt haben.

Hinzu kommt eine ambulante Gesamt-Aufenthaltszeit im Krankhaus/Praxis einschließlich Vorbereitung, Untersuchung und Nachbesprechung von ca. 90 min. Eine Nachbeobachtung des Patienten ist nicht nötig, eine arterielle Gefäßpunktion und Nachversorgung / Wiederverschluss sind nicht notwendig.

Voraussetzungen für die CT-Koronarangiographie

Die Untersuchungen wird bei klinischer Indikation durchgeführt

  • Zudem benötigen wir die aktuellen Laborwerte Ihres Blutes zur Bestimmung Ihrer Nierenfunktion (Kreatinin) und zum Ausschluss einer Schilddrüsenüberfunktion (TSH basal).

Herz-MRT Diagnostik

Die Herz-MRT, auch Cardio-MRT genannt, bietet neue nicht invasive Einblicke in das Herz und erweitert damit die Diagnostik von Herzerkrankungen. Neben Informationen zur Herzfunktion wie Pumpleistung, Größe- und Aussehen der Herzhöhlen lassen sich zudem nicht invasiv ohne Strahlenbelastung  lokale Veränderungen der Herzmuskel- und Herzbeutelstruktur, der Herzkammern und Herzklappen erfassen und beurteilen.

Während man früher nur mit Hilfe eines konventionellen Röntgenbildes einen allgemeinen Eindruck hinsichtlich Form, Größe und Lage des Herzens gewinnen konnte, liefert unser hochmoderner Siemens Magnetresonanztomograph nur mit Hilfe von Magnetfeldern, also ohne belastende und schädigende Röntgenstrahlen, genaue Einblicke in die Funktion des Herzens. Der Vorteil dieser Untersuchung liegt zum einen darin, dass das schlagende Herz in Echtzeit betrachtet werden kann. Zur frühzeitigen Aufdeckung von Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, die zu Herzinfarkten führen können, kann – je nach Notwendigkeit – die Untersuchung auch unter Belastung durchgeführt werden, um eine Minderdurchblutung des Herzmuskels nachzuweisen, welche im Ruhezustand nicht erkennbar wäre (Stress-MRT). Dazu wird dem Patienten ein Medikament verabreicht, welches das Herz für wenige Minuten in Stress versetzt. Somit dient die MRT des Herzens auch zur Vorsorge eines drohenden Herzinfarktes.

Mit dem MRT werden auch Narben eines alten Herzinfarktes exakt sichtbar gemacht, welcher nicht immer mit den typischen Warnsymptomen einhergeht, sondern sehr oft ohne diese verläuft (stiller Infarkt).

Indikation für eine Herz MRT

Eine MRT des Herzens eignet sich besonders gut zur Gewinnung umfassender Aussagen hinsichtlich:

  • Herzdimensionen
  • Herzleistung
  • der Beschaffenheit und Bewegung des Herzmuskels
  • Wandbewegungsstörungen
  • Funktionsfähigkeit der Herzklappen
  • Durchblutungsstörungen (Ischämien) des Herzmuskels
  • Feststellung eines frischen Infarktes
  • Narben eines alten Herzinfarktes
  • Entzündungen des Herzmuskels (Myokarditis)
  • Blutgerinnsel (Thrombus)
  • anderer Störungen des Herzens bzw. Herzmuskels wie angeborene Herzfehler

Eine MRT eignet sich besonders gut zur Vorsorge, da nur mit einem starken Magnetfeld und ohne Röntgenstrahlen gearbeitet wird. Patienten können mit dieser Untersuchung eine gezielte Herzinfarktvorsorge vornehmen, da Minderdurchblutungen des Herzens eine Indikation für verengte Herzkranzgefäße darstellen und diese zu einem Herzinfarkt führen können. Mit dem neuen zur Verfügung stehenden 3-Tesla MRT der neusten Generation lässt sich zudem die Untersuchungszeit noch weiter verkürzen. Das System verfügt zudem bereits über eine noch weiterer Untersuchungsröhre die die Untersuchung gerade für Patienten mit Neigung zur Platzangst noch angenehmer macht.

Voraussetzung für eine Herz-MRT

  • Am Tag der Untersuchung dürfen Sie keine koffeinhaltigen Produkte wie z.B. Kaffee, schwarzen Tee, oder andere koffeinhaltige Getränke zu sich nehmen!
  • Keine Betablocker, ACE-hemmer oder Digitalis-Präperate einnehmen.
  • 3-4 Stunden vor der Untersuchung nicht mehr essen und trinken.
  • Sie dürfen keinen Herzschrittmacher, keine Spirale (je nach MRT-Gerät) oder andere metallische Gegenstände tragen, wegen des starken Magnetfeldes.